Der Tabellarischer Lebenslauf

„Schicken Sie Ihre Unterlagen mit einem tabellarischen Lebenslauf an …“ So oder ähnlich lauten die Aufforderungen von Unternehmern in ihren Stellenanzeigen. Tabellarischer Lebenslauf? Muss ich hier etwas Besonderes beachten? Was muss ich alles in Tabellenform bringen? Darf ich gar nichts ausformulieren? Viele Bewerberinnen und Bewerber sind zu Recht verunsichert: Überall hört und liest man von den hohen Ansprüchen, die an übersichtliche und aussagekräftige Bewerbungsunterlagen gestellt werden. „Jetzt bloß keinen Fehler machen!“, lautet die Devise, und es wird gegoogelt, gelesen und verglichen, was das Zeug hält.

Damit du dir das Zusammentragen von relevanten Informationen zum Thema „tabellarischer Lebenslauf“ sparst, haben wir für dich das Wichtigste zu diesem Thema zusammengefasst.

Der tabellarische Lebenslauf versus ausformulierter Lebenslauf

Der ausformulierte Lebenslauf gehört eindeutig der Vergangenheit an. Kein Personaler und keine Personalchefin nimmt sich die Zeit, ihn zu lesen! „Tabellarischer Lebenslauf“ bedeutet, dass deine persönlichen Daten, Informationen zur Schul-, Berufs- und Weiterbildung, zu besonderen Qualifikationen und Hobbys in zwei Spalten gereiht werden. Dazwischen kannst du auch ausformulierte Sätze platzieren. Wichtig ist, dass alle, die deinen tabellarischen Lebenslauf lesen, relevante Daten sofort sehen.

Der tabellarische Lebenslauf: die wichtigsten Regeln beim Aufbau

tabellarischer LebenslaufWie bereits erwähnt: Ein tabellarischer Lebenslauf hat üblicherweise zwei Spalten. Der Lebenslauf sieht am saubersten aus, wenn er durchgängig mit einem Tabstopp formatiert ist. Daran richten sich alle Informationen in der rechten Spalte aus.

Übersichtlichkeit ist das A und O eines tabellarischen Lebenslaufs. Du gliederst deine Informationen in mehrere Absätze und bringst sie in diese Reihenfolge:

1. Persönliche Daten, vorzugsweise mit einem aktuellen Foto
2. Beruflicher Werdegang
3. Schul- und Berufsausbildung
4. Sonstige Fortbildungen
5. Kenntnisse und Qualifikationen (= Hard- und Softskills)
6. Persönliche Interessen, Hobbys und eventuell Ehrenämter
7. Datum und Unterschrift

Der Tabellarische Lebenslauf: Inhalt, Beispiele & Tipps

Persönliche Daten enthalten deinen vollen Namen und eventuell den Titel, den du durch ein Studium erworben hast. Weiters deine genaue Anschrift, Telefonnummer und E-Mail-Adresse. Die richtige Schreibweise, Abkürzung und Anordnung von akademischen Graden sowie Bachelor- und Mastergraden lautet gemäß der Norm DIN 5008:

Dr. Erika Musterfrau oder
Max Mustermann, B.A.

Bachelor- und Mastergrade stehen also hinter dem Namen, klassische akademische Grade und Diplome vor dem Namen. Zu den persönlichen Daten gehören auch das Geburtsdatum und die Staatsbürgerschaft.

Adressen enthalten laut DIN 5008 kein Länderkennzeichen; der Name der Stadt soll vorzugsweise in der Landessprache und in Großbuchstaben genannt werden, zum Beispiel 4000 LIEGE.

Telefonnummern werden nur zwischen der Vorwahl und der Rufnummer mit einem Leerzeichen getrennt, zum Beispiel 0179 1111111.

Ab dem zweiten Block, der Schul- und Berufsausbildung, musst du mit Jahreszahlen arbeiten.

Jahreszahlen stehen meistens in der linken Spalte. Es ist weder verkehrt noch verboten, Jahreszahlen und Zeitspannen in der rechten Spalte anzuführen. Wir sind jedoch der Meinung, dass eine so gestaltete Auflistung schwerer zu lesen ist. Auch möglich: Jahreszahlen und Zeiträume in der Zeile oberhalb der Schul- oder Berufsausbildung anführen. Aus Gründen der Übersichtlichkeit raten wir, entweder mit zwei Farben oder mit Fettdruck zu arbeiten.

Zeiträume werden im tabellarischen Lebenslauf üblicherweise so angegeben: mm/jjjj, zum Beispiel 01/2016 – 05/2017. Für ein konkretes Datum wie dein Geburtsdatum hast du gemäß der Norm 5008 mehrere Möglichkeiten: entweder 1.01.1980 oder 1. Januar 1980 oder gar 1980-01-01. Die Abkürzungen für Monatsnamen lauten: Jan., Feb., Mär./März, Apr., Mai, Jun./Juni, Jul./Juli, Aug., Sept., Okt., Nov., Dez.

Lücken im tabellarischen Lebenslauf

Lücken sollten im tabellarischen Lebenslauf nicht aufscheinen. Gibt es in deinem Leben einen Zeitraum, in dem du arbeitssuchend warst oder krankheitsbedingt nicht arbeiten konntest? Wenn ja, musst du diese Zeiten anführen und kurz erklären. Ein Beispiel: 06/2010 – 02/2011 – arbeitssuchend. Es darf dir nicht unangenehm sein, solche Phasen anzuführen! Sie gehören zu manchem Lebensverlauf einfach dazu.
Weitere Informationen zum Thema „Lücken im Lebenslauf“ findest du hier.

Antichronologische Gliederung bedeutet, dass alle Angaben, die mit Jahreszahlen versehen sind, in umgekehrter Reihenfolge gelistet werden. Das heißt konkret: Die aktuellsten Geschehnisse nennst du in deinem tabellarischen Lebenslauf zuerst. Noch vor ein paar Jahren waren Experten der Meinung, dass Schulabgänger beziehungsweise junge Menschen ohne Berufspraxis dies nicht zu tun bräuchten. Mittlerweile empfiehlt sich die antichronologische Gliederung für alle Altersgruppen. Diese Art der Gliederung ist übersichtlicher und der aktuellste Stand der Dinge ist einfach der wichtigste.

Ausformulieren von Hard- und Softskills in einem tabellarischen Lebenslauf

Hört man den Begriff „tabellarischer Lebenslauf“, gerät man sofort in Versuchung, all seine Daten und Informationen nur stichwortartig anzuführen. Das brauchst du nicht zu tun! Es ist in jedem Fall besser, in kurzen Sätzen zu beschreiben, wo du deine Fähigkeiten erlernt und vertieft hast.

Von dieser Formulierung raten wir ab:

falsch Persönliche Fähigkeiten

Selbstmotivation, Ausdauer, Belastbarkeit

Was soll sich ein Personalchef oder eine Personalverantwortliche darunter vorstellen? Erstens bringt diese Beschreibung die Phantasie eines Lesers nicht gerade zum Blühen. Und zweitens ist sie mehr als austauschbar – behauptet das nicht beinahe jeder von sich?

So kannst du dich und deine Persönlichkeit authentisch beschreiben:

richtig Persönliche Fähigkeiten

Ich bin ausdauernd und belastbar. In meiner Studienzeit konnte ich Studium und Teilzeitbeschäftigung gut unter einen Hut bringen. In dieser Zeit habe ich zudem meine Fähigkeit zur Selbstmotivation gefestigt.

Ein Wort zu Hobbys und Ehrenämtern

Hobbys – oder persönliche Interessen – sowie Ehrenämter solltest du nur anführen, wenn sie zur angestrebten Position einen Bezug haben. Die Aufzählung „reisen, stricken, internationale Küche“ ist nicht sehr aussagekräftig. Bewirbst du dich bspw. für eine Stelle, in der Kochwissen gefragt ist, schreibst du:

Persönliche Interessen

Reisen und internationale Küche: Von meinen Reisen, die mich schon quer durch Europa geführt haben, bringe ich immer wieder ausgefallene Rezepte mit, die ich zu Hause gerne ausprobiere.

Du siehst: Der tabellarische Lebenslauf muss nicht aus reinen Aufzählungen bestehen! Mit ein paar sympathischen, kurzen Erzählungen über dich und deine Fähigkeiten verleihst du deinem Lebenslauf Individualität. Damit sorgst du garantiert für Abwechslung auf den Schreibtischen der Personalchefs – gutes Gelingen!

Checkliste zur Fehlervermeidung

Der tabellarische Lebenslauf soll frei von Fehlern sein. Überprüfe, bevor du deine Unterlagen einreichst, ob du auf alles geachtet hast:

  • Deine Kontaktdaten sind vollständig
  • Deine E-Mail-Adresse klingt seriös
  • Name des Ansprechpartners ist richtig geschrieben
  • Firmenwortlaut ist richtig geschrieben
  • Eventuelle Lücken sind erklärt
  • Dein Foto ist aktuell und dem Job, für den du dich bewirbst, angemessen
  • Deine Angaben sind vollständig in Hinsicht auf: Unternehmen, bei denen du gearbeitet hast (Firmenwortlaut, Sitz des Unternehmens); Schulen, Universitäten oder Fachhochschulen (richtiger Wortlaut); Zeiträume sind exakt angegeben; Ausbildungsabschlüsse sind angegeben
  • Die Gliederung ist antichronologisch
  • Der Text ist hinsichtlich Schriftart und Schriftgröße einheitlich formatiert
Lass deinen tabellarischen Lebenslauf immer von einer zweiten Person Korrektur lesen. Tippfehler werden häufig übersehen – ein zweiter Check lohnt sich!